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Problemstellung

Klassische, auf das Training von Routinen ausgerichtete Formate in der Personal- und Führungskräfteentwicklung eignen sich nur bedingt für den Erwerb von sozialen und personalen Kompetenzen wie Selbstorganisation, Zielstrebigkeit und Durchsetzungsvermögen. Kunstbasierte Formen der Persönlichkeitsentwicklung erfahren daher in der Unternehmenspraxis seit Mitte der 1990er Jahre eine größere Aufmerksamkeit, weil sie nicht den Erwerb von Fach- und Methodenwissen in den Mittelpunkt stellen, sondern die Vermittlung gerade dieser Kompetenzen.

Arts-based Learning ist ein Sammelbegriff mit einer großen Bandbreite von Zielsetzungen, Ansätzen und Methoden. Als verbindendes Element eines Arts-based Learning gilt es ganz allgemein, Arbeitsprozesse der bildenden oder darstellenden Kunst, der Poesie, der Musik oder des Tanzes zu simulieren und für die Persönlichkeitsentwicklung zu nutzen. Trotz erster empirischer Belege für die Wirkung von Arts-based Learning und also auch kunstbasierten Trainingsmethoden fehlt  eine grundlegende wissenschaftliche Legitimation. Dies gilt erst recht für das Potenzial von Arts-based Learning im Kontext von Projekt- und Veranstaltungsmanagement.


Daraus ergeben sich vier Forschungsfragen:

1.    Welche Kompetenzen sind im besonderen Maße beim Projektmanagement von Veranstaltungen von Bedeutung? Wie wirken sie sich bei der Aufgabenbewältigung aus?

2.    In welchem Maße wirkt sich Arts-based Learning auf den Erwerb der erforderlichen personalen und sozialen Kompetenzen in diesem Anwendungsfeld aus? Wo liegen Potenziale und Grenzen des Ansatzes?

3.    Wie unterscheidet sich die Wirkung von Arts-based Learning von den Effekten nicht-kunstbasierte Lehr- und Lernformen? Welche Vorteile hat der Ansatz im Vergleich zu Formaten, die auf die Vermittlung expliziten Wissens über die genannten Kompetenzbereiche abzielen?

4.    Wie müssen kunstbasierte Trainings inhaltlich und formal gestaltet sein, um einen möglichst großen Effekt auf die Entwicklung von Teilnehmer_innen zu haben? Entfalten Trainingsformate mit Theater- und Tanzbezug unterschiedliche Wirkungen?

Antony Gormley; FEELING MATERIAL XIV, 2005; 4 mm square section mild steel bar 225 x 218 x 170 cm (unextended size); Photograph by Stephen White, London © Antony Gormley
Abbildungsnachweis: Antony Gormley; FEELING MATERIAL XIV, 2005; 4 mm square section mild steel bar; 225 x 218 x 170 cm (unextended size); Photograph by Stephen White; London © the artist

Neue Fokussierung in Krisenzeiten

Die Krise hat aktuell große Teile des sozialen Lebens lahm gelegt. Projektarbeit heute bedeutet Krisenmanagement. Die Veranstaltungsbranche ist besonders hart betroffen, wodurch in vielerlei Hinsicht ein Umdenken erforderlich ist. Soft Skills wie Stressresilienz, Konfliktfähigkeit und Flexibilität sind mehr denn je relevante Faktoren für Kompetenzen im Projektmanagement. Dementsprechend orientieren wir unseren Untersuchungsschwerpunkt im Rahmen des Projektes neu und setzen unseren Fokus insbesondere auf Soft Skills, die im Projektmanagement in Zeiten von Krisen im besonderen Maße gefragt sind.